FLECHSIG


[08PPL - 080519]
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Tübingen

Professor Dr. Norbert P. Flechsig

Vorlesung Sommersemester 2008

Urheber- und Verlagsrecht

Geschichte des Urheberrechts - Privilegien und letters patent (Freibriefe)

Bedeutende Rechtsgrundlagen und Gesetze bis zum Ende der Aufklärung

  1. 1557 - May 4: Incorporation of the Royal Charter of the The Worshipful Company of Stationers and Newspaper Makers
  2. 1710 - April 10: Queen Ann Act  for the Encouragement of Learning
  3. 1777 - Arrest du Conseil d'Etat du Rois du 30 aout 1777:  ... le privilége en librairie est une grace fondée en Justice ... (Ein Privileg im Buchhandel ist eine Gnade, die sich auf  die Gerechtigkeit gründet)
Privlegien
  1. 1479 - Privileg des Bischof von Würzburg für die Drucker Reyser, Dold und Beckenhub - text
  2. 1501 - Privileg des Senats der Freien Reichsstadt Nürnberg für die Herausgabe von Werken der Hrotsvit (Roswitha) von Gandersheim (935-973) und Conrad Celtis (1459-1508) aus dem Jahre 1501/1502
  3. 1511 - Privileg Kaiser Maximilian I (1459-1519) für Albrecht Dürer (1471-1528): Impressum Nurnberge per Albertum Durer pictorem. Anno christiano Millesi mo quingentesimo vndecimo - Text
  4. 1531 - Baseler Druckstatut
  5. 1539 - Cromwell Bible (England - später Hinweis auf Privilegium)
  6. 1547 - Luthers Warnung an die Drucker: S. Paulus spricht: Der Geitz ist eine wurtzel alles Vbels... - text
  7. 1600 - Shakespeare: Midsommer nights  dreame - Titel Page - Imprinted at London for Thomas Fisher ... at his shoppe in Fleet Streete.
  8. 1732 - Privilegium von Kaiser Karl VI zugunsten von Johann Heinrich Zedler Universallexikon 1732 Bd. 1.
  9. 1732 - Privilegium des Königs von Preussen Friedrich Wilhelm zugunsten von Johann Heinrich Zedler Universallexikon 1732 Bd. 1.
  10. 1769 - Privilegium des Fürsten zu Nassau zugunsten von Johannes Schirmer, Darmstadt, und dessen Stiefsohn Johannes Gerhardt.
  11. 1815 - Bundesakte vom 8. Juni 1815, Art. 18d   (Gesamttext: Gesetzessammlung für Preussen 1818, Nr.23, S. 143 bis  155).
  12. 1821 - Königlich Sächsisches Privilegium zugunsten der könglichen Hofdruckerei - Evangelisches Gesangbuch.
  13. 1832 - Bundesbeschluss betreffend die gegenseitige Anerkennung.
  14. 1837 - Bundesbeschluss Grundsätzebeschluss vom 9.10.1837 In allen Ländern mindestens 10 JahreSchutz
  15. 1838 - Privilegium des Deutschen Bundes (1838), Preußen (1826), Bayern (1838), Dänemark (1827), Schweiz u.a. für Johann Friedrich Schiller.
  16. 1842 - Bundesbeschluss Herder
  17. 1841 - Bundesbeschluss Goethe
  18. 1845 - Bundesbeschluss Schutzfrist 30 Jahre p.m.a.
Gesetzliche Grundlagen und Privilegien in Württemberg
  1. 1815 - Württembergisches Rescript vom 25.2.1815  [Rescript, aus dem mittlern Lat. Rescriptum, diejenige Schrift eines Landesherrn, worin er sich auf das Bittschreiben eines Unterthanen, auf die Anfrage eines Collegiums etc. erklärt]: § 1. Es werden auf besonderes Ansuchen der inn- und ausländischen Schriftsteller, oder derjenigen, welche an ihrer Stelle als Verleger ein Buch herausgeben, Privilegien auf eine bestimmte Zeit von sechs, und nach Beschaffenheit des Werks, und der in den Gesuchen um solche Privilegien anzuführenden und zu bescheinigenden Umstände auf mehrere Jahre dahin ertheilt werden, daß ein solches Buch binnen dieser Zeit, ohne Erlaubniß dessen, der das Privilegium erhalten hat, von Niemand im Königreiche nachgedruckt, auch ein auswärtiger Nachdruck dieses Buchs nicht debitirt werden dürfe.
  2. 1832 - Regierungsblatt  für das Königsreich Württemberg - Bundesbeschlüsse
  3. 1832 - Regierungsblatt  für das Königsreich Württemberg - Privilegien
  4. 1832 - Privilegium vom 10. Februar 1832 für den Buchhänlder Groos in Heidelberg
  5. 1832 - Privilegium vom 29. März 1832 für  den Buchhändler E.F.W. Hoffmann in Stuttgart
  6. 1832 - Privilegium  vom 21. April 1832 für den Buchhändler F.J.Steinkopf in Stuttgart
  7. 1832 - Privilegium vom 27. April 1832 für den Registrator Schwatzmann aus Stuttgart für einen Wegweiser für die Haupt- und Residenzstadt Stuttgart
  8. 1832 - Privilegium vom 4. Mai zugunsten von Inspektor Weitbrecht.
  9. 1832 - Privlegium vom 16. August 1832 zugunsten von Christian Bopp.
  10. 1836 - Provisorisches Gesetz wider den Büchernachdruck vom 22.7.1836 Art. 1. Die von Angehörigen eines im deutschen Bunde begriffenen Staats verfassten oder verlegten Schriften genießen, ohne Unterschied, ob sie bei Verkündigung dieses Gesetzes bereits erschienen sind oder erst künftig erscheinen, von der Zeit ihres Erscheinens an sechs Jahre lang ohne Entrichtung einer Abgabe gesetzlichen Schutz gegen den Nachdruck in gleicher Weise, wie wenn denselben nach dem Gesetze vom 25. Februar 1815 ein besonderes Privilegium deßhalb verliehen worden wäre.
  11. 1838 - 1. Änderungsgesetz  vom 17.10.1838 mit Ausführungsverordnung Die im Königreiche oder einem anderen im deutschen Bunde begriffenen Staate seit dem 1. Januar 1838 erschienenen und kunftig erscheinenden schriftstellerischen und kunstlerischen Erzeugnisse genießen von der Zeit ihres Erscheinens an zehn Jahre lang ohne Entrichtung einer Abgabe...
  12. 1845 - 2. Änderungsgesetz zur Umsetzung des Bundesbeschlusses  von 1845: 30 Jahre p.m.a. wird auf die Lebensdauer des Urhebers eines solchen Werks und auf dreißig Jahre vom Tode desselben ausgedehnt
  13. 1858 - 3. Änderungsgesetz  vom 21.8.1858 (Erweiterung für vor 1837 verstorbene Urheber). .... wird bis zum 9. November 1867 zu Gunsten der Werke verlängert, deren Urheber vor dem 9. November 1837 verstorben sind.

Gesetzliche Grundlage in Baden

  1. 1806 - Verordnung vom 8. September 1806: Wir haben vorhin ... unthunlich und unräthlich befunden ....
  2. 1810 - Badisches Landrecht vom 1.1.1810: Buch II., Titel II, Kap. 6: Vom Schrift-Eigenthum

Gesetzliche Grundlage in Preußen


   
Preußisches Gesetz vom 11. Juni 1837:  Eigenthum an den Werken der Wissenschaft und Kunst ...

Gesetzliche Grundlage in Sachsen

  1. Bekanntmachung betreffend die Belegexemplarpflicht vom  7.12.1825 (GS Königreich Sachsen 1826/7, 1)
  2. Bekanntmachung über die mit der Königlich-Preußischen Regierung wegen wechselseitiger gegen den Büchernachdruck zu treffender gesetzlicher Vorkehrungen, geschlossene Convention betreffend; vom 26.11.1827 - Bekanntgabe der beidserseitigen Ministerialerklärungen (GS Königsreich Sachsen, 1826/7, 217)
  3. Erklärung des Königlich Sächsischen Cabinets-Minister und Staats-Secretair vom 3.11.1827 betreffend die Anwendung preußischer Rechtsregeln  in Sachsen vom 28.10.1827 (GS Königsreich Sachsen, 1826/7, 218)
  4. Erklärung des Königlich Preußischen Ministeriums der auswärtigen Angelegenheiten vom 28.10.1827 betreffend die Anwendung preußischer Rechtsregeln  in Sachsen (GS Königsreich Sachsen, 1826/7, 219)
  5. Sächsiches Gesetz vom 22. Februar 1844 (GVO des Königsreiches Sachsen 1844, S. 27):  den Schutz der Rechte an literarischen Erzeugnissen und Werken der Kunst betreffend ...
 
Sonstige Quellen

  1. Statute of Ann Stuart, April 10, 1710 - An Act for the Encouragement of Learning - (textform)
  2. Johann Stephan Pütter: Vom Büchernachdruck, wie derselbe nach der Natur der Sache und in Absicht auf ganz Europa, anzusehen ist, Vorrede, Inhalt, Erster Theil, in: Der Büchernachdruck nach ächten Grundsäzen des Rechts geprüpft, 1774, Vandenhoeck, Göttingen, S. 1 ff.
  3. Professor Dr.Immanuel Kant, Königsberg: Von der Unrechtmäßigkeit des Büchernachdrucks, erstmals erschienen in Berlinische Monatsschrift 5, 1785,  Seiten 403 bis 417.
  4. Christian Sigismund Krause: Ueber den Büchernachdruck, 1783, Seiten 400-430.
  5. Decret des französischen National-Konvents von 1793 gegen den Bücher-Nachdruck, veröffentlicht in Deutsches Magazin, Bd. 6, S. 1243-1245.
  6. Dr. Johann Gottlieb Fichte, Königsberg:  Beweis der Unrechtmäßigkeit des Büchernachdrucks - Ein Räsonnement und eine Parabel, Berlinische Monatsschrift 21, 1793, Seiten 443-483.
  7. Leopold Joseph Neustetel (1798-1825): Der Büchernachdruck, nach römischem Recht betrachtet (1824)
  8. Prof. Dr. Hans Hermann Hoppe: Eigentum, Anarchie und Staat -  Der Verfasser macht mich zur Genehmigung der Möglichkeit des vorstehenden Downloads  darauf aufmerksam, dass sein Buch inzwischen in einer Neuauflage (Manuscriptum, Leipzig 2005) mit einem Vorwort von Guido Huelsmann  wieder käuflich erhältlich ist. Ferner macht er auf seine web-Seite aufmerksam, wo sich viel weiteres Material (meist auf Englisch) zum Thema "Geistiges Eigentum" findet: www.HansHoppe.com und www.propertyandfreedom.org.
  9. N.Stephan Kinsella: Against Intellectual Property. Journal of Libertarian Studies,Volume 15, no. 2 (Spring 2001): 1–53 .2001 Ludwig von Mises Institute www.mises.org .
  10. BGHZ 5, 1 - Hummelfiguren I
  11. BGHZ 24, 55 - Ledigenheim
  12. BGH NJW 1992, 689 - Bedienungsanleitung
  13. BGHZ 141, 267 - Laras Tochter
  14. BGH GRUR 1987, 166 - AOK-Merkblatt
  15. RGZ 139, 214 - Gropius-Türdrücker
  16. OLG Jena MMR 2008, 408 - Urheberrechtliche Unzulässigkeit von Thumbnails (UrhG §§ 16, 19a, 23, 51, 58; BGB § 242)
  17. KG GRUR-RR 2008, 188 - Gunter Grass Briefe in FAZ  - Verletzung des Veröffentlichungsrechts (§ 12 UrhG)

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